Wie redest Du eigentlich mit mir?

Veröffentlicht von Elitsa am

Sprich
mit deinen
Kindern,
als wenn sie
die weissesten,
liebenswürdigsten,
schönsten und
wundervollsten
Menschen
der Welt wären.

Denn das,
was sie über
sich glauben,
ist was sie
später werden.

Brooke Hampton

In einer süssen Bäckerei in Bayern habe ich eine Karte mit diesem Zitat von Brooke Hampton gekauft. Jetzt hängt die Karte bei uns am Kühlschrank. Mit ihrer Präsenz erinnert sie mich ständig daran, gerade in stressigen Alltagssituationen, wenn meine Zunge dazu neigt, sich zu verselbstständigen, der Sprechweise meiner Tochter gegenüber eine Zensur zu verpassen, bevor die Worte rausgekommen sind. Unser kleiner Schatz verbringt so viel Zeit mit uns Eltern. Sie ist tagtäglich damit konfrontiert wie wir sie sehen, erleben, was wir für sie empfinden. Und wie wir diese Gedanken und Gefühle zur Sprache bringen. Ich möchte, dass später die Stimmen, die sich in ihrem Kopf zur Mitsprache melden, überwiegend positiver Natur sind. Realistische Stimmen, die es lieb und gut mit ihr meinen. 

Gerade vor einem Monat waren wir an dem Spielplatz beim Flughafen Zürich. Von sich aus, ohne sich nach uns umzudrehen, steuerte unsere Tochter die hohe Rutsche an und versuchte, an dem Klettergerüst hochzuklettern. Eine absolut neue Herausforderung für sie. Einen halben Meter hinter ihr hörte ich ihr zu, wie sie sich motivierte. „Bravooo, Ali. Ali, bravooo. Bravooo, Ali, Ali, bravooo.“ Sie schaffte „nur“ zwei der Stufen, war aber sichtlich sehr zufrieden mit sich! Ich war so stolz auf sie und auf uns als Eltern.

Später stimmte mich diese Situation etwas nachdenklich und ja ein wenig traurig. Es gibt so viele kleine Persönlichkeiten, die in Ablehnung, ständiger Kritik, Zurechtweisung, Perfektionismus, Kleinhaltung, Zynismus usw. aufwachsen. Und so viele erwachsene Personen werden bis an ihr Lebensende von solchen negativen Stimmen begleitet. Diese inneren Stimmen haben die Kraft, unser Leben zu ruinieren, uns klein zu halten, uns das Gefühl zu geben, uns verstecken zu müssen oder uns ununterbrochen zu beweisen. Lasst uns sie aufspüren! Sie mögen es überhaupt nicht, wenn man sie als nutzlose Stimmen identifiziert und ihre Deckung auffliegt, denn dann ist es eher eine leichte Sache sie loszuwerden. 

Was diese Stimmen sagen, könnte sich anhören wie: „Du schaffst das nicht!“, „Das ist eine Nummer zu gross für dich.“, „Freu dich ja nicht zu sehr.“, „Ja nicht zu viel auffallen.“, „Aus dir wird nie was.“, „Ohne dich ist die Welt besser dran.“ „Du bist ein Versager“ usw.  

Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Stimmen nicht natürlich sind. Sie sind nicht aussagekräftig. Du wurdest nicht mit diesen Stimmen geboren. Sie haben sich im Laufe des Lebens in Deinem Kopf eingeschlichen und dauerhaft eingenistet. Darunter leiden Deine Selbstachtung, die Art und Weise wie Du selbst mit Dir umgehst und der Selbstwert, den Du Dir gibst. 

Übung

  1. Gibt es in Deinem Kopf solche Sätze, Botschaften, Aufforderungen, die Dich seitdem Du denken kannst, begleiten? Ich meine diese, die es überhaupt nicht gut mit Dir meinen. Diese Sätze, die wir ohne sie zu hinterfragen kleine und grosse Entscheidungen von uns mitbeeinflussen lassen. Halte Ausschau danach und bringe sie aufs Papier. Diese Übung kannst Du bewusst mehrere Tage oder sogar Wochen machen, bis Du all diese Sätze, die Dir durch den Kopf gehen, auf Papier geschrieben hast.
  2. Wenn Du ein paar gesammelt hast, dann schreibe jeden einzelnen auf ein Blatt Papier. Lese Dir den Satz genau durch und überlege woher er kommt. Mach Dir ein paar Notizen dazu. Verfahre so mit jedem Satz und entscheide Dich bewusst, ob Du ihm weiterhin Stimmrecht in Deinem Leben erlauben möchtest. Wenn nicht, dann nimm dir Zeit und vernichte offiziell jeden einzelnen dieser verletzenden, geringschätzigen, abwertenden und demütigenden Sätze. Du kannst die Blätter verbrennen, schreddern, um einen Stein gebunden versenken usw. Entscheidend ist, dass Du Dir Zeit nimmst und der Selbstverachtung und dem Selbsthass bewusst ein Ende setzt. 
  3. Was möchtest Du Dir stattdessen sagen? Nach welchen Sätzen hast Du Dich als Kind, Teenager, Erwachsener gesehnt? Schreibe diese auf. Eröffne eine kleine Sammlung voller Sätze, die weitsichtig, weise, wertschätzend, verständnisvoll, ermutigend und tröstend Dir gegenüber sind.
  4. Heisse die Sätze in deinem Leben willkommen. Lies sie laut vor. Mach das mit jedem neuen Satz, der Dir im Laufe der Zeit noch einfällt.
  5. Finde ein Foto von Dir, auf dem Du ein Kleinkind bist (eineinhalb- bis dreijährig), ein Foto vom Kindergarten, ein Foto von der Primarstufe, vom Teenageralter, ein Foto, auf dem Du bereits volljährig bist usw. bis zu einem ganz aktuellen Foto. Lege sie nacheinander hin und lese die Sätze Deinen vergangenen Ichs laut vor.
  6. Lies Dir die Sätze immer wieder durch, bastle Dir kleine Kärtchen mit den neuen Botschaften und klebe sie auf, damit Du sie oft sehen kannst. 

Die Glaubensperspektive

Mit einigen ausgewählten Bibelworten, möchte ich Dir die göttliche Perspektive zeigen. So sieht Gott Dich. So denkt Er und fühlt Er, wenn es um Dich geht: 

„Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen.“ Psalm 139,15

„Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich!“ Psalm 139,14

„Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir meine Güte bewahrt.“ Jeremia 31,3

„Wie überwältigend sind deine Gedanken für mich, o Gott, es sind so unfassbar viele! Sie sind zahlreicher als der Sand am Meer; wollte ich sie alle zählen, ich käme nie zum Ende!“ Psalm 139,17-18

„Von ganzem Herzen freut er sich über euch. Weil er euch liebt, redet er nicht länger über eure Schuld. Ja, er jubelt, wenn er an euch denkt!“ Zefania 3,17

„Nichts ist mir unmöglich, weil der, der bei mir ist, mich stark macht.“ Philipper 4,13



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