Vorgegaukeltes

Veröffentlicht von Elitsa am

Hast Du in deinem Kopf auch Gedanken, die dich seit vielen Jahren begleiten? Ansprüche an Dich, aber von der guten Sorte? Dinge, von denen Du weisst, wie wichtig, wertvoll und gut sie sind und die, weil sie eben so wichtig sind, in der Warteschlange stehen, bis es dafür im Alltag mehr Zeit gibt, bis der richtige Moment kommt, um damit anzufangen? Dinge, bei denen wir sogar mit Anderen darüber reden, wie wichtig sie sind? Über bestimmte Themen wissen wir sogar super Bescheid, sind echte Spezialisten darin, aber die Umsetzung ist schnelllebig? Ja? Ich habe auch ein paar dieser Art im Kopf. Manche Wünsche, Ansprüche und Vorsätze kann ich sogar auf das Jahr 1998 zurückdatieren!

Jahrzehnte lebe ich in bestimmten Lebensbereichen mit Wunschvorstellungen! Ich habe mich hingesetzt und eine Liste von diesen gemacht, hier ein kleiner Auszug:

  • Jeden Tag an der frischen Luft spazieren
  • Drei Mal in der Woche Sport machen
  • Fotoalbum vom Freiwilligen Dienst im Jahr 2009 erstellen
  • Einmal in der Woche nur Tee trinken und Obst essen
  • Am Abend wenig essen
  • 4 Kilogramm abnehmen (je nach Lebensphase variierte die Zahl 🙂)

Seit Jahren gaukle ich also meinem Gehirn vor, ich finde diese Sachen da sehr wichtig, sie gehören ja quasi zu mir, so praktisch gesehen. Macht nichts, wenn das nur in meiner Wunschvorstellung stattfindet.  

Wie sieht Deine Liste aus?

Immer wieder versuchte ich nach diesen guten Vorsätzen zu leben, meist waren das kurze Ebbe und Flut Phasen, meistens aber Ebbe.

Ich erinnere mich sehr genau, wie ich mit 14 Jahren mein Herz Jesus übergeben habe.  Seit diesem Moment würde ich so gerne jeden Tag mit ihm starten, beten und in der Bibel lesen.  ABER … Studium, Langschläfertyp, Eule, dann Kind… alles Phasen, die mir diesen Wunsch streitig machten. Jahrelang habe ich mir immer nachdem das dringendste am Tag gemacht wurde, als erstes Zeit für Ihn genommen. In meiner Wunschvorstellung aber sehnte sich mein Herz schon in den früheren Stunden des Tages Zeit mit Ihm zu verbringen.

Bis ich vor vier Wochen einen Satz mit ganz anderen Augen gelesen habe:

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.

Matthäus 6,33

Und dann passierte etwas in mir. Jetzt oder nie, dachte ich mir. Ich möchte meinem Gott und mir nichts mehr vorgaukeln. Ich möchte ein Jahr so leben, wie ich es schon seit 23 Jahren möchte. Die restliche Liste, lasse ich für später, aber ab morgen möchte ich den Tag mit Ihm beginnen, ein ganzes Jahr lang. Ich möchte einer meiner wichtigsten Werte im Leben, der Glaube, so wie ich ihn verstehe, auch praktisch zwölf Monate lang so leben.

Was ich mit den anderen Sachen aus meiner Liste mache? Ich lasse sie ruhen und möchte erst die Verheissung des Verses in meinem Leben erleben. «Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.» Meine Überzeugung lautet: Gott kommt rein, wenn ich öffne. Und er verändert, liebevoll und geduldig. Meine Hypothese: mit manchen Punkten aus meiner Liste werde ich vielleicht ganz automatisch anfangen, manche werden verschwinden, andere neue dazukommen und ein paar werden auch einen ganz persönlichen Entschluss brauchen.

Machst Du mit?

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