Selbstwert – Soziale Kompetenz Teil III – Problemlösungskompetenz

Veröffentlicht von Elitsa am

Ein Mann mit Radhose geht den kleinen grünen Hügel hinauf. Es ist schon vier Uhr Nachmittags. Die Sonne scheint fröhlich, es ist warm, ein schöner Apriltag. Der Radfahrer bleibt stehen, dreht sich zu dem grau-braunen Gebäude, schaut freundlich nach oben und beginnt mit beiden Händen zu winken und zu lächeln. Dann setzt er sich hin, die Beine hochgezogen. Еr schaut. Und lächelt. Und winkt. Und schaut und lächelt und winkt. Das geht etwa 15 Minuten lang so weiter. Dabei strahlt sein Gesicht, wenn er nach oben schaut und wirkt im nächsten Moment wehmutig und traurig, wenn er den Kopf zu seinen Beinen neigt. Meine Tochter spielt ganz vergnügt mit den Kiessteinen bei den Parkplätzen des Alters- und Pflegezentrums. Sie baut Türme mit den Steinen und ich werde zur Zuschauerin einer sehr intimen Szene. Die Person oben am Fenster sehe ich nicht. Ich stelle mir aber vor, dass er oder sie sich über den „Besuch“ freut. Der Mann nimmt seine Velotasche, winkt ein letztes Mal nach oben und schickt mehrere Luftküsschen. Dann geht er mit gesenktem Kopf den Hügel wieder hinunter. Wir bleiben noch ein paar Minuten länger. Ein wenig verstimmt helfe ich beim Steinchensammeln. Ein paar Tage später denke ich immer noch an diese Situation und fühle eine Traurigkeit. Wie krank ist die Person, die hinter dem Fenster stand? Kann sie sich von ihren Lieblingsmenschen verabschieden? Wird jemand ihre Hand halten, immer wieder fest zudrücken? Wird der Mann mit der Radhose ihr ein Lied vorsingen, etwas vorlesen und einen echten Kuss auf die Stirn geben können? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Für beide ist es aber wichtig, dass er sich jetzt die Zeit nimmt. Dass er sich eine unkonventionelle Lösung überlegt hat wie er seine Zuneigung trotz Corona und Besuchsverbot zeigen kann. Und das macht den Unterschied. Für ihn und für die Person oben am Fenster.

Du merkst, ich kann den Teil III dieser Schreibübung über den Selbstwert nicht schreiben ohne das aktuelle Thema „Corona-Virus“ anzuschneiden. Heute geht es um die Problemlösungskompetenz. Sie macht einen Teil der sozialen Kompetenz aus. Und sie ist wichtig. Probleme und Schwierigkeiten haben selten die Angewohnheit sich im voraus anzumelden. Wenn sie kommen, dann überrollen sie uns eher und oft sind wir unvorbereitet. Das ist aber irgendwie normal, hier auf dieser Erde. Die Frage ist eher: Wie lange stelle ich mich tot, reagiere mit Angst, Hass, verstecke mich, bin wütend usw. Und wie schnell zeige ich dem Problem das leuchtend rote Schild STOP – „Gott hat mich gut ausgerüstet“. Das Problem sehen, sich die Optionen anschauen, aktiv werden, indem ich mich bewusst entscheide wie ich jetzt reagiere. Diese paar Schrittchen machen mitunter den Unterschied für meinen Selbstwert! Wenn ich mich immer wieder in schwierigen Lebenssituationen so verhalte, dann entwickelt sich auch meine Problemlösungskompetenz. Das wiederum führt dazu, dass ich zuversichtlich durch das Leben gehe.

Und hier schon die Fragen, die Dich zum Schreiben anleiten können.

Frage 1

Die Problemlösungskompetenz ist die Fähigkeit, ein Problem zu erkennen, es zu benennen, sich mehrere Handlungsoptionen zu überlegen, diese auszuprobieren und am Ende über die Ergebnisse nachzudenken. Was hat gut funktioniert, was nicht, was kann ich verbessern?

Wie gehst Du mit Problemen um? Wie gehst Du mit der aktuellen Situation um? Welches sind deine persönlichen Herausforderungen und Probleme in dieser Corona-Zeit? Benenne sie schriftlich. Welche Möglichkeiten hast du diese Problemen zu minimieren oder zu mildern? Beschreibe, was Du bereits ausprobiert hast. Und vielleicht fallen Dir beim Schreiben neue Handlungsalternativen ein?

Dieses Mal möchte ich hier auf meiner Website eine Plattform für solche Texte bieten. Wenn Du möchtest, kannst Du mir Deinen Text schicken und ich werde ihn hier anonym veröffentlichen (im Blog in der Kategorie „Heilendes Schreiben“).

Über deine aktuellen Herausforderungen zu schreiben, kann Dir helfen Deine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Es kann Deine Problemlösungskompetenz aktivieren. Das Schreiben darüber kann Dich dabei unterstützen, Deine Energie in Richtung Lösung zu lenken. Das ist sicher besser als im Gefühls- und Gedankenkarussell zu hocken. Wenn Du einen Text geschrieben hast, dann lies ihn Dir selbst laut vor. Gibt es zusätzliche Aspekte, die Dir dabei einfallen?


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