Schlüsselerlebnisse in meinem Leben

Veröffentlicht von Elitsa am

Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!

Joh 8,11

Schlüsselerlebnisse. Was verstehst Du darunter? Schreibe zwei drei Sätze dazu, bevor Du weiterliest.

Ein Zitat von Christopher Mittler-Coe bringt meiner Meinung nach die Bedeutung dieses Wortes am Besten zum Ausdruck:

Momente können Schlüssel sein zu Türen, die entweder auf- oder zugehen und uns in Korridore führen, die unserem Leben eine völlig neue Richtung geben können.

Christopher Mittler-Coe

Jede Person trägt eine eigene Momente-Sammlung in sich. Dies können Begebenheiten sein – fröhliche oder auch traurige, bewusst geplante, aber auch spontane, unvorhersehbare Ereignisse, die Dich und Dein Leben so stark beeinflusst haben, dass Du ohne diese Schlüsselerlebnisse nicht Du sein würdest. Nimm Dir ein wenig Zeit zum Nachdenken, Spüren, Reflektieren, Loslassen und mach es Dir schreibgemütlich.  

  1. Überlege Dir zuerst in Ruhe: Welches waren bis heute die Momente in Deinem Leben, die Du als Schlüsselerlebnisse bezeichnen würdest?
  2. Schreibe diese auf – am Besten in Deinem Notizbuch, eine Seite pro Erlebnis.
  3. Gehe diese Seiten, die du geschrieben hast, jetzt noch einmal durch. Wenn es Dir danach ist, bei einem Erlebnis etwas hinzuzufügen, dann mache das. Schreibe auf, was Dir gerade durch den Kopf geht und Dich beschäftigt.
  4. Wie viele dieser Erlebnisse sind positiver Natur und stimmen Dich dankbar?
  5. Welche sind die Erlebnisse, die Dich am meisten Kraft und Geduld gekostet haben? Ich meine diese, die zu ihrer Zeit schmerzten, Dir die Luft und den Schlaf raubten und Dich vielleicht heute noch traurig machen? Mit dieser Übung möchte ich nicht, dass Du Dich in diesen Situationen wieder hineinversetzt bis es wieder schmerzt – vor allem, wenn es Ereignisse sind, die Du noch nicht verarbeitet hast. Ich möchte vielmehr, dass Du sie aus der heutigen Perspektive nüchtern anschaust. Manche schwere Zeit ergibt, wenn man sie später aus der Gewinnerperspektive betrachtet, Sinn. Aber längst nicht alle lassen sich so schnell schönreden. Es gibt auch diesen sinnlosen Schmerz. Hast Du auch solche Erlebnisse in Deiner Lebenssammlung? Und was machst Du mit ihnen, wenn Du im Alltag wieder Mal darüber stolperst?

Hier ein solches Schlüsselerlebnis aus meinem Leben.

Mit 19 Jahren, zwei Wochen vor meinem Abiball habe ich meinen Vater verloren. Endloser Schmerz ohne jede Spur von Sinn. Das „Warum?“ half mir damals insofern weiter, als es meine Gedanken vom realen Schmerz ablenkte. Längerfristig war aber das Grübeln über das „Warum?“ eher nicht hilfreich. Für mich bleibt dieses Schlüsselerlebnis eins der schmerzlichsten, die mich am meisten Kraft kosteten. Aber es vernichtete mich nicht. Heute, 16 Jahre später, merke ich sogar, wie das Geschehene damals, manche Entscheidungen beeinflusst hat, die meinem Leben tatsächlich eine positive Richtung gaben. Nicht das Ereignis an sich, sondern die Entscheidungen, die ich damals danach für mich und mein Leben getroffen habe, machten mich in gewisser Hinsicht reifer, in anderer eher lockerer, ja sogar lebensfrohrer, fröhlicher und in wieder anderen Situationen auch vernünftiger. Das ist keine übergestülpte positive Perspektive, sondern eher eine nüchterne und gesunde.

Inwiefern haben Dich Deine „dunklen Stunden“ verändert? Schreibe Deine Gefühle und Überlegungen auf.

Gott hat uns mit Vernunft und mit Gefühlen ausgestattet. Wir sind für uns und unser Leben verantwortlich und haben es in der Hand, wie wir mit den Lebensereignissen und Schlüsselerlebnissen umgehen. Sich den Ereignissen im Leben nicht ausgeliefert fühlen, sondern sich damit zu konfrontieren und aktiv am eigenen Leben teilzunehmen, kann heilend wirken. Umarme, lasse los, zerreisse, flicke, schweige, rede, weine, lache, werde aktiv, entscheide mit!


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