Aufgaben meines Lebens

Veröffentlicht von Elitsa am

Eine Klientin sagte mir letzte Woche, dass sie sich zur Aufgabe gemacht hat, jeden Tag mindestens drei Menschen zum Lachen zu bringen und es auch schafft. Dabei leuchteten ihre Augen vor Freude. Ihr ist es wichtig, dass Menschen Freude spüren, lachen und sie nimmt diese Aufgabe ernst, d.h. sie möchte die Menschen in ihrem Leben zum Lachen bringen, auch wenn sie manchmal nicht in einer Weltverändernden Stimmung ist.

Was bedeutet „sich etwas zur Aufgabe machen“?

  • Mir ist etwas wichtig
  • Dass es mir wichtig ist, ist mir bewusst geworden
  • Ich möchte, das was mir wichtig ist, leben, d.h. in mein Leben integrieren und zwar nicht nur wenn es gerade geht, sondern auch wenn es mal schwierig ist. 
  • In diese Aufgabe fliesst Zeit und Energie
  • Diese Aufgabe erfüllt mich. Ich investiere zwar einiges, aber trotzdem fühle ich mich erfüllt. 

Realitätscheck

Jeder von uns brennt für etwas. Je nach Lebensphase und Lebenssituation verändern sich die Dinge, für die wir brennen. Manche bleiben aber bestehend. Wenn Du dieses Brennen ernst nimmst und auslebst, dann leuchtet es in Dir drin und auch nach aussen. Es macht Dich farbig, lebendig. 

Hast Du eine oder mehrere aktuellen Aufgaben, die Dir in Deiner jetzigen Lebensphase sehr wichtig sind, Dir als wichtig erscheinen? Und kommst Du dazu danach zu leben, den Aufgaben Priorität zu geben? 

In mir drin herrscht gerade Aufräumstimmung. Ganz wie die Japanerin Marie Kondo räume ich auf. Nur, dass es nicht um Kleidung, Möbel und andere Gegenstände geht, sondern um Werte, Ziele und Schein-Aufgaben. Seit einem Monat ist es ein wenig grau in mir drin – ich fühle mich ausgelaugt und hege den Wunsch nach mehr als 168 Stunden in der Woche. Meine Aufgaben, die ich mir für den Tag vornehme, scheinen in einer Art Konkurrenz zu sein und übertönen sich geradezu. Hier ein paar Beispiele, aus meinem Leben:

  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche den Unterricht zu planen.“
  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche die Vorhänge zu bügeln und aufzuhängen. Sie befinden sich seit Wochen im Schrank und bald musst du sie wieder waschen.“
  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche, endlich Erdbeeren pflücken zu gehen, bevor es zu spät wird und es bald keine mehr gibt.“
  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche die und die Menschen wieder Mal anzurufen.“
  • „Es ist meine Aufgabe mindestens alle drei Tage mit dem Staubsauger durchzugehen.“ 

Never ending voices. Ich habe mich hingesetzt und eine laaaaange Liste angefertigt. Auf einem alten Zettel geschrieben habe ich mir MEINE Werte wieder Mal hervorgeholt. Und dann meine vorhandene Zeit notiert. 

Und so entschied ich mich erstmal eine wichtige Entscheidung zu treffen 🙂 Ich streiche Aufgaben auf der Liste durch. So dass ich den Alltag gut meistern kann, aber auch für MEINE Aufgaben Zeit und Energie habe. (Mit MEINEN Aufgaben, meine ich diese, die wir als so wichtig erkannt haben, trotzdem aber immer wieder aufschieben, weil sich frechere vordrängeln. Und so kann es sein, dass wir nie zu diesen kommen). 

  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche den Unterricht zu planen.“
  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche die Vorhänge zu bügeln und aufzuhängen. Sie befinden sich seit Wochen im Schrank und bald musst du sie wieder waschen.“
  •  „Es ist deine Aufgabe diese Woche, endlich Erdbeeren pflücken zu gehen, bevor es zu spät wird und es bald keine mehr gibt.“
  • „Es ist deine Aufgabe diese Woche die und die Menschen wieder Mal anzurufen.“
  • „Es ist meine Aufgabe mindestens alle drei Tage mit dem Staubsauger durchzugehen.“ 

Übung 

  1. Mache eine Liste mit ALLEN Aufgaben, die in Deinem Kopf kreisen. 
  2. Welche dieser Aufgaben sind Dir sehr wichtig, wichtig, eigentlich neutral, nicht wichtig oder überhaupt nicht wichtig? Welche davon sind eher anderen Menschen wichtig und Dir eigentlich nicht?
    Es kann sein, dass, nachdem Du alle aufgeschrieben hast, endlich auch die sich trauen zu melden, die Du wochenlang, monatelang oder jahrelang auf bessere Zeiten vertröstet hast. Notiere sie unbedingt!
  3. Welche Aufgaben sind nun mal an der Tagesordnung, können aber delegiert werden?
  4. Und jetzt sei mutig und streiche die Aufgaben durch, die nicht wirklich Deine sind. Befreie Dich von Aufgaben, die Du machst, um nur etwas zu beweisen. 

Das Leben ist so schnell vorbei. Für welche Aufgaben Du Deine Zeit und Energie aufbrauchst, ist Deine Entscheidung. Es erfordert ein bisschen Mut und mit Gegenwind kannst Du auch rechnen, aber es lohnt sich. Denn die Früchte Deiner Entscheidungen werden Dich erfüllen und anderen Menschen zum Segen sein.

Der Staubsauger wird gerade alle sieben Tage betätigt. Dafür habe ich mir gestern Vormittag zwei Stunden Zeit genommen und mit meiner Tochter gemeinsam gekocht. Und heute haben wir Ball gespielt und Seifenblasen gemacht, nachdem wir eine Stunde lang gemeinsam den Balkon gegossen haben. Letzte Woche fühlte ich mich von ihr ausgebremst, das machte mich aggressiv. Diese Woche, nach der Aktion mit der Entrümplung, weiss ich wieder, was eine meiner wichtigsten Aufgaben zurzeit lautet: „Mein Alltag ist ihre Kindheit.“ Liebe. Genuss. Zärtlichkeit. Wichtige Werte in meinem Leben. Von einem Vorhang oder Staubsauger lasse ich mir nichts mehr sagen. 


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